19.07.2017

Baindter Schuldirektor Hans Sturm nach 36 Dienstjahren in Ruhestand verabschiedet

Zum Abschied in seinen Ruhestand erhielt Schuldirektor Hans Sturm in Baindt (zweiter von rechts) von Stiftungs-Vorstand Dr. Michael Wollek eine persönlich gestaltete Kerze aus Heiligenbronn geschenkt. Von links: Generaloberin Schwester Agnes Leber vom Kloster Heiligenbronn, Behindertenhilfe-Leiter Roland Flaig, Michael Wollek, Hans Sturm und seine Ehefrau Ulla Sturm.

Ein gemischter Chor aus Schülern und Lehrern der Blindenschule Baindt sang zur Verabschiedung ihres scheidenden Direktors Hans Sturm. Fotos: stiftung st. franziskus heiligenbronn

Baindt.
An der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Baindt endet eine Ära. Der Direktor des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums wurde nach 36 Dienstjahren in Baindt und 26 davon als Schulleiter mit einer fröhlichen Feier in seinen Ruhestand verabschiedet.

"Für unsere Schule ist heute ein ganz besonderer Tag", begrüßte Schul-Abteilungsleiterin Elke Waßner die Gäste, darunter Mitarbeiter, Schüler, Eltern und Schwestern des Klosters Heiligenbronn. Sie hatten die Blindenschule 1980 als Heimsonderschule begründet. Seit 1993 steht sie in der Trägerschaft der stiftung st. franziskus heiligenbronn.

Roland Flaig, Leiter der Behindertenhilfe in der Stiftung, zeichnete in seiner Laudatio den Berufsweg von Hans Sturm nach, der 1981 an der Baindter Blindenschule seinen Dienst begann, in Heidelberg Sonderpädagogik für Sehbehinderte und geistig Behinderte studierte und 1991 zum Direktor der Schule ernannt wurde. Schüler mit Blindheit oder Sehbehinderung und weiteren Behinderungen aus ganz Oberschwaben und darüber hinaus werden in Baindt aufgenommen oder von hier aus über die Beratungsstelle mit Frühförderung betreut. Wie Flaig hervorhob, hatte Direktor Sturm in diesen Jahrzehnten viele bauliche und konzeptionelle Entwicklungen zu meistern wie den Neubau von Schule und Heim, die Gründung von Außenklassen und den Aufbau von Wohn- und Förderangeboten für die Schulabgänger.

Flaig hob aber auch die Kunst des Direktors hervor, vielfältige Kontakte in die Region zu knüpfen. Kooperationen und inklusive Bildungsangebote seien von der Baindter Schule schon lange vor der Schulreform praktiziert worden. Die Individualität jedes Kindes wahrzunehmen und seine Entfaltung zu ermöglichen, seien stets sein Ziel gewesen. Eine herausfordernde Aufgabe für Hans Sturm sei es auch gewesen, qualifizierte Mitarbeiter für Schule und Heim zu finden. Für diese sei er "ein Garant für Verlässlichkeit" gewesen. In den Dank Flaigs an Hans Sturms Engagement in den 36 Jahren schloss er auch seine Ehefrau und Familie mit ein.

Nachfolger von Direktor Sturm wird zum neuen Schuljahr Dr. Marcus Adrian, der schon seit einigen Monaten in Baindt sich einarbeitet.

Ein Grußwort im Namen der Gemeinde wie des Landkreises sprach Bürgermeister Elmar Buemann, der den Einsatz Hans Sturms für die Belange der Schule würdigte und sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankte.

Bernhard Straile vom Regierungspräsidium und Edgar Wöhrle vom Staatlichen Schulamt unterhielten das Publikum mit einer launigen Ansprache, bebildert mit alten Fotos und sogar Zeugnissen, und überreichten Hans Sturm die Ruhestandsurkunde.

Entsprechend der musikalischen Fähigkeiten des scheidenden Direktors spielte auch die Musik bei der Abschiedsfeier eine große Rolle. Ein gemischter Schüler-Lehrer-Chor intonierte beliebte Volkslieder mitsamt der Umdichtung "Heute kommt der Hans nach Haus". Die beiden Vorsitzenden von Eltern- und Angehörigenbeirat, Christiane Lenz aus Markdorf und Elke Picker aus Tübingen, brachten ihren Dank für die gute Zusammenarbeit zweistimmig vor und Dr. Heinz-Joachim Schulzki von der Stiftung Katholische Freie Schulen der Diözese Rottenburg-Stuttgart überreichte gar eine Orgelpfeife und wünschte ihm mehr Freiraum für seine Liebe zu historischen Orgeln. Auch Mitarbeiterin Margot Vetter gab mit ihrer Oma-Marionette "aus der Seligen Irmgard" und spontanem Witz einen heiteren Streifzug durch die Lebensstationen Hans Sturms.

In seinem Schlusswort bedankte sich der scheidende Schulleiter für die lobenden Worte, das Entgegenkommen der Gemeinde wie die weiteren Kooperationen und gute Zusammenarbeit. Insbesondere erinnerte er auch an die Frauen der ersten Stunde, die die Blindenschule auf den Weg gebracht hatten wie die damalige Generaloberin Schwester Bonaventura Hauser. Mit Blumen bedankte er sich bei seiner Frau und den engsten Mitarbeiterinnen, bevor die Außenklassen zu ihrem musikalischen Gruß den Direktor in die geschenkte Sonnenliege in ihrer Mitte platzierten.