13.04.2011

Pflege-Qualitätsmanagement für die Blindenschule

Macht sich Gedanken zur Integration von Pflegestandards in die Förderung und Betreuung behinderter Menschen: der Qualitätszirkel Pflege der Behindertenhilfe in der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit den Baindter Mitarbeiterinnen Evelyn Vollmer (ganz links) und Steffi Bertsch (zweite von rechts).

Macht sich Gedanken zur Integration von Pflegestandards in die Förderung und Betreuung behinderter Menschen: der Qualitätszirkel Pflege der Behindertenhilfe in der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit den Baindter Mitarbeiterinnen Evelyn Vollmer (ganz links) und Steffi Bertsch (zweite von rechts). Foto: stiftung st. franziskus

Baindt.
Für die Behindertenhilfe der stiftung st. franziskus heiligenbronn, zu der die Baindter Schule für Blinde und Sehbehinderte gehört, wird ein Qualitätsmanagement Pflege eingeführt. Das Konzept wurde jetzt den rund 60 Baindter Fachkräften aus Schule, Heim und Erwachsenenbereich in zwei Informationsveranstaltungen erläutert.

"Die Pflege soll in die Behindertenhilfe integriert werden im Rahmen unserer ganzheitlichen Hilfe für behinderte Menschen", kündigte Günter Seger von der Leitung Behindertenhilfe an. Pflegegesichtspunkte und -standards sollen integraler Bestandteil der Förderung und Betreuung werden, damit pflegebedürftige Menschen mit Behinderung in behindertenspezifischen Einrichtungen bleiben können.

Hintergrund hierfür ist die höhere Lebenserwartung auch bei behinderten Menschen und damit die gestiegene Wahrscheinlichkeit von Pflegebedürftigkeit, aber auch die vermehrte Aufnahme von schwerstmehrfachbehinderten Menschen in den Einrichtungen der Stiftung. Die Baindter Schule hat hier schon länger Erfahrung damit.

Wachsende Anforderungen an die Pflege auch von Seiten der Aufsichtsbehörden machen die Ausarbeitung von Standards und Qualitätssicherung nötig. Zum Aufbau des Qualitätsmanagements gab es 2009 nach einem ersten Konzeptentwurf einen Pflegefachtag mit Mitarbeitern aus allen Bereichen mit Beraterin Christine Seebohm. Dem folgte unter Beteiligung von Baindter Mitarbeiterinnen die Gründung eines Qualitätszirkels mit monatlichen Treffen, Praxistagen und mehreren Workshops. Seit 1. Oktober 2010 ist nun Sumi Neudeck als Pflegebeauftragte der Behindertenhilfe im Dienst. Eine Rechtsberatung durch Professor Großkopf bestätigte, dass auch pädagogische Fachkräfte pflegerische Leistungen vornehmen können.

Der Qualitätszirkel erarbeitet die Pflegestandards und soll auch pflegerisches Fachwissen an die Mitarbeiter weitergeben, führte Sumi Neudeck aus. Ein Steuerkreis Pflege verabschiedet die Standards und sorgt für die Abstimmung zwischen den Bereichen. Bereits vor der Umsetzung stehen die Standards zum Umgang mit Medikamenten und mit Betäubungsmitteln, wofür jeweils Schulungen geplant sind. Weitere Pflege-Themen werden etwa die Sondenpflege, die Dekubitus-Prophylaxe, die Lagerung oder die Pflegeplanung sein.

Orientiert an einem ganzheitlichen Modell nach Monika Krohwinkel, hat der Qualitätszirkel für den Erwachsenenbereich die Pflegeplanung mit dem schon existierenden Begleit- und Assistenzplan für Menschen mit Behinderung verknüpft. Einige Kriterien wurden dabei neu aufgenommen wie Schmerzen, Prophylaxen oder Infektionsschutz. Ein umfassendes Gesamtkonzept der Stiftungs-Behindertenhilfe ist in Vorbereitung.

In der Diskussion mit den Mitarbeitern wurden offene Fragen angesprochen zur Umsetzung der neuen Standards, die der Situation in den einzelnen Bereichen angepasst werden müssen. Wichtig ist auch, wie deutlich wurde, ein guter Informationsaustausch mit Eltern und Ärzten.